top of page

Wenn Nähe plötzlich „zu viel“ wird
.png)
Vielleicht kennst du dieses Gefühl: Du liegst endlich im Bett, dein Kind schläft – und plötzlich streckt dein Partner die Hand nach dir aus. Doch statt Wärme und Geborgenheit spürst du nur eines: den dringenden Wunsch, Abstand zu haben.
Meine kurze Story
Genau so habe ich es erlebt. Nie hätte ich gedacht, dass mir körperliche Nähe einmal „zu viel“ werden könnte. Doch nach unzähligen Stillstunden, Tragen und Kuscheln fühlte ich mich irgendwann wie überreizt. Ich wollte nicht einmal Händchen halten – und mein Partner verstand die Welt nicht mehr.
Viele Eltern machen ähnliche Erfahrungen, ohne sie einordnen zu können.
Der ständige Körperkontakt mit dem Baby löst durch das Hormon Oxytocin eigentlich schöne Gefühle wie Verbundenheit und Wohlbefinden aus. Aber: Wird es zu viel, fühlen wir uns hormonell regelrecht überflutet. Jede weitere Berührung wird zur Last. Dazu kommt das Gefühl von Fremdbestimmung – kaum ein Moment, in dem man wirklich selbst entscheiden darf, was mit dem eigenen Körper passiert.
Aber was tun?
Was mir geholfen hat: Verantwortung abgeben. Den Partner oder eine vertraute Person mit dem Baby einspannen, damit der eigene Körper Raum zum Durchatmen bekommt. Vor allem aber: darüber sprechen. Wenn dein Partner versteht, dass es keine Ablehnung ist, sondern eine Phase, kann er dich besser unterstützen – und ihr könnt gemeinsam Lösungen finden.
Es kann erleichternd sein, wenn ihr kleine neue Rituale für Nähe entwickelt, die sich für dich stimmig anfühlen: ein Gespräch abends im Bett, die Finger beim Spazierengehen verschränken, gemeinsam Musik hören. Nähe muss nicht immer körperlich sein – und wenn der Körper wieder bereit ist, fühlt sich auch Intimität wieder leichter und natürlicher an. Es ist nur eine Phase – und sie geht vorbei.
Wenn du dich in diesen Zeilen wiedererkennst: Sprich es an, hol dir Unterstützung und gib dir selbst die Erlaubnis, Abstand zu brauchen. Es macht dich weder lieblos noch „komisch“ – es zeigt nur, dass auch du Pausen brauchst. 💛
bottom of page



